DESCRIPTION BY MuGS

1938

Umzug in die Museumsgasse

1938 

Blitzartig wurden in ganz Deutschland sämtliche Synagogen zerschlagen und die Juden aus ihren Häusern vertrieben. Dadurch wurde auch die Judenschule Haus-Nr.88, 89 u. 90 frei. Die Synagoge wurde durch Brand zwar beschädigt, aber im ganzen Großen erhalten, Da der Brand wieder gelöscht wurde. Bürgermeister Vitzthum übergab die leerstehenden Gebäude, die in Gemeindeeigentum übergingen, dem Heimatmuseum. Herr Dr. Ritz vom Landesamt für Denkmalpflege war im Dezember hier und gab sein Gutachten ab. Er ist sehr begeistert über die Räumlichkeiten.

An Altertümern fielen bei der Räumung der Judenhäuser und der Synagogen zahlreiche Gegenstände an das Museum. Konservator Hoferer vom Landesamt für Denkmalpflege war schon 3-mal hier. Er leitet das bauliche, während Dr. Ritz die Einrichtung beaufsichtigt. Das Äußere der Gebäude H.N. 88, 89, u. 90 wurde freigelegt und Balkenwerk im Fränkischen Stiel rotbraun gestrichen.

STATION 3

Heimatmuseum 1939

1939

1940

1940

1939 

Bisher hat Bürgermeister Vitzthum über 8.000 Mark für den Museums-Umbau ausbezahlt. Das Ministerium in München hat in den letzten beiden Jahren 550 Mark und 325 Mark Zuschuss geleistet. Ich muß Bürgermeister Vitzthum an dieser Stelle meinen Dank aussprechen. Er leistet für Schnaittach in jeder Hinsicht was nur möglich ist.

1940.
Das Jahr 1940 war als Kriegsjahr ein Jahr schwerster Arbeit im Heimatmuseum für mich und meinen Gehilfen Gottfried Meier. Alle Hilfe von außen ist weg. Die jungen Leute und Männer sind im Felde und die alten Leute und Frauen sind in der Landwirtschaft voll beschäftigt. Niemand kann mehr helfen.

1942.
Seit 2.Januar arbeiten wir wieder im Museum, um die alten Möbel, die beschädigt sind, wieder herzustellen. Der Zimmerergeselle Georg Ruckriegel, mein Neffe Sebastian Meier und ich.

1943.
Im Januar 1943 wurden die Arbeiten im Museum wieder fortgesetzt. Das Museum bekam eine Ärztebibliothek, 430 Bücher, eine reich vergoldete Immaculata, ein Kruzifix, viele Bilder Ölgemälde von Fritz Gräf, H.N.96. Heinrich Wilhelm Pfarrer i.R. hat die Gräfsche Bibliothek katalogisiert und eingeordnet. Dieser wackere Herr verwendet sehr viel von seiner freien Zeit fürs Museum. Das Jahr war für unser Museum trotz Krieg und Not ein ersprießliches und segensreiches.

1944.
Wir leben im fünften Kriegsjahr.
Am 29.Januar 1944 abends starb unser Gründungsmitglied und langjähriger 2. Vorstand Bäckermeister Johann Schmidt im Alter von 71 Jahren. Er war ein großer Heimatfreund. Die Heimat wird ihm ein treues Andenken bewahren. Er ruhe in Frieden.

1945
Am 15.April abends 18 Uhr 30 zogen die Amerikaner in Schnaittach ein. Bei einer Haussuchung im Museum nahmen die Amerikaner eine Militärpistole 8,5 mm, mit. Auch einen Silberkasten (Biedermeier) und einige andere Sachen.
Am 3. August kamen wieder zwei Amerikaner, die mir die modernen Waffen zerschlugen. Darunter 24 Gewehre 1870/71 vom Veteranenverein stammend und 21 moderne Gewehre aus alter Welt gingen dabei zu Grunde. Einige amerikanische Offiziere und Soldaten besuchten das Museum und sprachen mir ihren Dank für die Aufbewahrung der jüdischen Kultgegenstände aus.
Bürgermeister Grüner besteht darauf, dass das Museum aus den Judengebäuden ausziehen muss.
Am 1.11.1945 hat Bürgermeister Hans Grüner, Samenhandlung, Nürnberger Straße 65, abgedankt. An seine Stelle tritt Franz Brandmüller, er ist geborener Schnaittach. Sein Vater war der Flurwächter Josef Brandmüller. Bürgermeister Brandmüller ist gelernter Schriftsetzer und war lange Jahre Sekretär der Sozialdemokratischen Buchdruckerorganisation. Am 28.Septemmer 1945 war der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg Leonhard Kolb im Museum und ich übergab ihm einen großen Teil der von mir dort deponierten Kultgegenstände. Am 12.10.1945 kam er mit dem amerikanischen Leutnant Fritz Schnaittacher, einem geborenen Forther Juden und sie holten den 2. Teil der Kultusgegenstände. Am 17.Dezember bekam ich meine Wiederbestätigung als Archiv- und Heimatpfleger im Landkreis Lauf für den ganzen Kreis, bisher war ich nur Pfleger im oberen Bezirk.

1946
Vom Landesamt erhielt ich die Versicherung, dass das Museum in den Räumen der Judenschule verbleibt, weil an eine Rückkehr oder Neuansiedlung von Juden nicht zu denken ist. Das gleiche bestätigen auch alle Amerikaner, die bisher das Heimatmuseum besuchten.
Ostern 1946
Im März und April 1946 wurden die auf Kriegsdauer vom Staatsarchiv Nürnberg nach hier gebrachten Akten vom Bezirksamt Hersbruck und Lauf wieder nach Nürnberg zurückgebracht. Auch die bei Baron Tucher in Simmelsdorf aufbewahrten Akten des Fraischgebietes Rothenberg kamen wieder zurück. Die jüdischen Kultusgegenstände aus ganz Mittelfranken, die im Heimatmuseum aufbewahrt waren, wurden im Laufe des Jahres wieder abgeholt.
Am 21. August erhielt ich vom Landesamt ein Schreiben, dass die Judensachen durch die Militärregierung München freigegeben wurden. Jedoch kenne niemand die einzelnen Sachen, daher sollte ich nach München kommen und die Gegenstände gleich mitnehmen.

1948
Am 2. Februar 1948 waren es 25 Jahre, dass das Heimatmuseum gegründet wurde. Es wäre eine Feier dieses Tages schön gewesen, jedoch die Not der Zeit lässt uns über solche Sinne weggehen, wie über jeden anderen Tag.
Seit 1.Juni 1948 arbeitet Leonhard Wittmann, der Vorstand der deutschen Steinkreuzforschung im Heimatmuseum zur Erstellung der Inventarisation. Jeder Gegenstand muss abgezeichnet werden und beschrieben, auch bewertet. Er arbeitete bis 1.August. Von jedem Exemplar der Bestandsaufnahme geht eines nach München ans Landesamt und eines bleibt im Museum.

IMPRESSIONEN

Heimatmuseum 1949

Die Eröffnung des Heimatmuseums am 30.April 1949 

Der langersehnte Tag brach an. Die Vorarbeiten sind beendet. 14 Tage vorher gingen die Einladungen hinaus. Bürgermeister Franz Brandmüller stellte mir das Rathauspersonal zur Verfügung, um die schwere Arbeit zu bewältigen. Es waren ca. 330 Personen geladen. Ca. 130 Ehrengäste kamen. Leider hat uns der Wettergott einen Streich gespielt, es regnete ohne Unterlass. In der Badgaststätte (Kino) war der Festakt. Der Saal war dicht besetzt. Die einheimische Bevölkerung hat es sich nicht nehmen lassen zu erscheinen.

Von den Ehrengästen herauszugreifen: Prof. Dr. Georg Lill, Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege. Der Museumsreferent für das Land Bayern, Dr. Josef Ritz, der, wie Herr Dr. Lill bekannt gab, ab 1. Mai Abteilungsdirektor des Landesamtes wurde. Der Regierungsdirektor Keim vom Ministerium für Kultus und Unterricht, der Regierungspräsident Hans Schregle von Ansbach. Der 2. Direktor des Germ. Nat. Museum Nürnberg. Der Kulturreferent Ritter von Rudolph, Ansbach. Die Landräte von Lauf, Hersbruck, Pegnitz und Altdorf. Der Oberbürgermeister von Hof. Der Direktor des Staatsarchives Nürnberg. Die Landtagsabgeordneten Scherber, Lauf, und Schmidt, Röthenbach. Der 1. Bürgermeister Bankel, Lauf. Frau Sanitätsrat Güthlein, Feuchtwangen, u.s.w. ca 130 Ehrengäste fanden sich ein aus allen Gauen Bayerns. Man kann wohl sagen, dass Schnaittach noch nie so viele Prominente beieinander sah, wie an diesem Tage. Herr Bürgermeister Brandmüller eröffnete die Festfeier, nachdem der Männergesangverein das Lied „Mein Schnaittach“ in formvollendeter Weise vorgetragen hatte. Nach dem alle ihre Glückwünsche überbracht hatten, begaben sich die Gäste ins Heimatmuseum, wo ich sie durch die Sammlung führte. Nach der Besichtigung des Museums gab die Marktgemeinde den Ehrengästen ein gemeinsames Mittagessen. Das Mahl fand im Gasthaus Kampfer in der Fröschau statt. Nachmittags verteilten sich die Gäste zum Kaffee in die Badgaststätte und zum Merthan. Auch da wurden noch Reden gehalten und diskutiert. Abends fuhren die Gäste mit dem Sonderzug wieder heim. Den Sonderzug vermittelte der Bahnvorstand Friedlein. Alles in Allem, es war ein schöner Tag. Mein Schönster.

26. Juni 1949
Heute um 11 Uhr war meine Frau und ich ins Museum bestellt. Als wir ankamen, waren ca. 85 Personen anwesend. Bürgermeister Brandmüller hielt eine an mich gerichtete Ansprache und überreichte mir die Ehrenbürgerrechts-Urkunde. Diese Ehrung ist umso größer zu werten, weil Schnaittach seit seinem Bestehen noch keinen Ehrenbürger hatte.
Seit September 1949 erscheint die Pegnitz-Zeitung (Schnaittacher Anzeiger) wieder.
Seit der Eröffnung des Heimatmuseums am 30. April bis 1. Juli 1949 wurde das Museum von 2027 Personen besucht. Darunter 555 Erwachsene. Das andere waren Schüler.

1950 

1950
Am 1. Januar 1950 feierte die Heimat-Beilage „Die Fundgrube“ ihre Wiederauferstehung. Die Schriftleitung habe ich, nach langem Widerstreben übernommen, weil kein anderer die Mühe auf sich nehmen wollte.
Die sogenannte Wandlungsglocke der Pfarrkirche Schnaittach wurde dem Museum leihweise überlassen. Sie ist dem HL. Johannes des Täufer und Sebastian geweiht. Gewicht 5 Ztr. Zur Geschichte der Glocke: Sie wurde 1699 von Joh. Gordian Schelchs Horn in Regensburg gegossen. Im 1.Weltkrieg wurde sie abgenommen, aber wieder zurückgebracht. Im 2. Weltkrieg wurde sie mit der Feuer-, 12 Uhr-, und Sterbeglocke abgegeben. Vor zwei Jahren kam sie von Hamburg wieder zurück. Beim zweiten Mal läuten zersprang sie. Nach Anschaffung eines neuen Geläutes kam sie ins Museum.
Der Besuch des Museums im heurigen Jahr hat gegen das Vorjahr stark nachgelassen.

1951
Am 10.September. 1951 wurde Oberlehrer Hans Merlein im Alter von 85 Jahren beerdigt. Er war geborener Eichstätter und 48 Jahre in Schnaittach. Er war ein hervorragender Schulmann, aber nicht zu bekehrender Gegner unseres Heimatmuseums.
Unser Museumshausmeister Georg März der schon seit seiner Geburt im Ort wohnt, hat sich ein Haus gebaut und zieht um. Als Nachfolger kommt der Kriegsverletzte Valentin Weber, er ist beinamputiert. Mit der Museumsmaterie ist er schon etwas vertraut, weil er als Arbeitsloser im Jahre 1932 schon die Einrichtung in Ordnung brachte.

1952
1952 besuchten das Museum: 559 Erwachsene und 651 Kinder, 25 Schulen und auch Einzelpersonen. Also im ganzen 1204 Besucher.
Der neue Hausmeister Valentin Weber hat sich gut eingeführt, er und seine Frau und Tochter halten alles sauber, ich hätte es nicht besser treffen können.
Den heimatkundlichen Nachlass von Pfarrer Heinrich Wilhelm erbte das Museum, auch einen Großteil des Nachlasses des Oberlehrer Hans Merlein haben wir erhalten.

1953
Gesundheitlich geht es mir wieder besser und ich kann einigermaßen schaffen. Die Gebäude (Museum) sind um 15.000 Mark gekauft, wenn sie auch noch nicht verbrieft sind. Als Leihgabe erhielten wir von Johann Schuhmann, Hüttenbach, eine gotische Beweinung Christi. Wir wollen sie ankaufen. Er verlangt 1500 Mark.
Die schon seit Jahren geplante Neupflasterung des Kirchenraumes im Museum und die Ausgrabung der früheren alten Christlichen Kirche wird jetzt durchgeführt. Seit 8 Tagen arbeiten wir schon daran. Heute ist der 8. August 1953. Die Grundmauern eines alten Gebäudes sind schon gefunden.
Das Jahr 1953 war erfolgreich die Besucherzahl hat zugenommen. 29 Schulklassen, sogar aus Oberammergau war das Kinderheim Hänsel und Gretel bei uns.
1954
Der Besuch 1954 war schlecht: 20 Schulen mit 594 Kindern gegen 949 im Jahre zuvor. 329 Erwachsene 635 im Jahre zuvor.

1955
Am 10.02.1955 wurde in der Marktratssitzung 2 Museumspfleger aufgestellt. Der Wagnermeister Michael Winter, Fröschau von der Christl. Union, und Fleischbeschauer Hans Hofmann, Angerstraße von der Soz. Demokrat. Partei.
Im Februar wurde mit Bürgermeister Brandmüller vereinbart, dass im Museum alle Sachen fotografiert werden.
Im 2. Stock bauten wir, der Hausmeister und ich, einen neuen Raum aus, um für die Bestände ab 1850 bis jetzt Raum zu schaffen. Es ist alles kitschiges Zeug, aber man kann in einem Museum keine Lücke lassen. Der Kitsch ist ein Kind seiner Zeit.

1956
Neu aufgenommen wurde im Museum der erste Sanitätswagen des Roten Kreuzes (Handwagen auf zwei Räder).

Station 3

1973- 1982

HEIMATMUSEUM

Author: Ina Schönwald
Quelle: Gottfried Stammler und „sein“ Museum –
Aspekte einer leidenschaftlichen Sammlung


Adalbert Gartner

Ab 1973 betreut Adalbert Gartner die Sammlung.

Die Geschichts-Affinität des Schnaittachers war weithin bekannt und als langjähriges Mitglied des Heimatvereins lag für die Gemeinde vor allem seine Verbindung zum Museum auf der Hand. Adalbert Gartner wohnt sogar mit seiner Familie im Museum, das Museum wird sein Leben, seine Kinder wachsen dort auf. Die Biografie der ganzen Familie ist eng mit dem Museum verknüpft. Wie kein anderer nach Stammler kennt er sein Museum. Viele Schnaittacher erinnern sich noch an ihren ersten Besuch mit der Grundschule im Museum, wie sie mit großen Augen im damals noch klassisch-vollgestellten Stammler`schen Heimatmuseum den Geschichten zu den Objekten und auch zur jüdischen Geschichte Schnaittachs gebannt lauschten. Besonders der riesige Schrank voller Christbaumschmuck, der bei jedem Besuch knarrend geöffnet wurde, bleibt in Erinnerung.

Bis 1982 war Adalbert Gartner im Museum tätig und bereits während seiner Zeit begann das „Ausräumen der Sammlung“ aufgrund des Umbaus der Gebäude.

IMPRESSIONEN

Heimatmuseum

Station 3

1985

HEIMATMUSEUM

Author: Ina Schönwald
Quelle: Gottfried Stammler und „sein“ Museum –
Aspekte einer leidenschaftlichen Sammlung


Gerhard Renda

Ein weiterer großer Glücksfall für das Schnaittacher Heimatmuseum eröffnete sich in der Person des Kunsthistorikers Gerhard Renda.

Die zu dieser Zeit üblichen, vom Staat bis 2012 geförderten zweijährigen ABM-Maßnahmen brachten ihn 1985/86 ins Schnaittacher Museum. Mit größter Sorgfalt widmete er sich dem umfangreichen Bestand. Es entstehen ein erstes professionelles Inventar und die erstmalige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Sammlung – vor allem auch mit dem jüdischen Bestand. Dies gipfelt in Ren- das Beitrag zur Ausstellung „Siehe der Stein schreit aus der Mauer“ im Germanischen Nationalmuseum. Anlässlich dieser Ausstellung wird erstmals die große Bedeutung der Rothenberger Medinah Aschpah für die Geschichte des fränkischen Landjudentums offengelegt. Exponate der Schnaittacher Sammlung sind sogar in der Ausstellung vertreten. Diese Ausstellung setzt einen Meilenstein und ebnet den Boden für den weiteren Weg, um die jüdischen Objekte in den Schnaittacher Kultus-gebäuden und ihre Geschichte angemessen und zeitgemäß zu präsentieren. Der Ausbau und die Neukonzeption zum Jüdischen Museum Franken unter der wissenschaftlichen Leitung von Bernhard Purin bis 1996 steht hier als Höhepunkt. Ab diesem Zeitpunkt ist die Sammlung zweigeteilt in jüdische und nichtjüdische Objekte.
Die nichtjüdischen Objekte werden ausgelagert. Schnell muss es gehen, da die Instandsetzung der Kultusgebäude ansteht. Ein einheitliches Depot fehlt. Der Bauhof bringt den Großteil nach Untersdorf, auf den Schuldachboden und in diverse andere leer stehende gemeindliche Objekte. Der übergroße Rothenberger Altar der Wallfahrtsmadonna verschwindet bis 2016 in einem Containerlager in Nürnberg.

IMPRESSIONEN

Heimatmuseum

Station 3

1998

HEIMATMUSEUM

Author: Ina Schönwald
Quelle: Gottfried Stammler und „sein“ Museum –
Aspekte einer leidenschaftlichen Sammlung


„Museums- und Geschichtsverein“

1998 soll auch der restliche Bestand der Stammler`schen Objekte in einem neuen zeitgemäßen Konzept präsentiert werden. Wiederum wird eine ABM-Maßnahme geschaffen: Die Zeit der Massenpräsentation von heimat- musealen Objekten hat in den 90er Jahren bereits ausgedient. Nur ein Teil der Stammler`schen Objekte findet seinen Weg in die heutige Dauerausstellung. Dabei stellt sich ein neues Problem, das heute noch mehr an Brisanz gewonnen hat. Eine Dauerausstellung ist langfristig der Tod der Besucherzahlen im Museum. Wie bringt man also Leben ins wunderbar neu konzipierte gemeindliche Heimatmuseum? Der Gemeinde allein kann das sicher nicht überlassen werden.

Wiederum ist es eine kleine Anzahl idealistischer heimathistorisch interessierter Bürger – zwölf an der Zahl – die sich im Frühjahr 1998 zusammenfinden, um das Museum als aktive Einrichtung zu fördern. Ein Teil von ihnen war vorher im Förderkreis Heimatmuseum im Heimatverein tätig. Diese Konstellation hatte sich jedoch als wenig effektiv erwiesen: Die Vereinsführung des Heimatvereins hatte dem Arbeitskreis zu wenig Eigenständigkeit gelassen, weshalb man sich nun dazu entschließt, einen eige- nen „Museums- und Geschichtsverein“ zu gründen, der sich im Gegensatz zur Arbeit für und auf der Festung darauf konzentriert, das Museum zu fördern und sich um Geschichtsarbeit zu kümmern.

Ein mutiger Schritt, da damals vielen Schnaittachern die Notwendigkeit zur Neugründung eines eigenen, zweiten Vereins völlig unverständlich erschien und von der Führung des damaligen Heimatvereins eigentlich abgelehnt wurde. 38 Personen werden dennoch am 29.7.1998 bei der ersten Versammlung im Gasthof Kampfer spontan Gründungsmitglieder.

IMPRESSIONEN

Heimatmuseum